Schloss Gracht

Schloss GrachtDie Bauten des Schloss Gracht im Herzen von Liblar stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert.
Über 400 Jahre lang war das Schloss Stammsitz der Wolff Metternich zur Gracht, bis 1957 die Gemeinde Liblar das Schloss kaufte. Danach wechselten mehrfach die Besitzer.

Während der Park in öffentlicher Hand blieb, erwarb 1973 der Verein zur Förderung des Universitätsseminars der Wirtschaft e.V (USW) das Schloss und baute es zu einer renommierten Fortbildungsstätte für Führungskräfte der Wirtschaft um.
2004 wurde es in die 2002 gegründete European School of Management and Technology (ESMT Berlin) integriert
Zum 30.11.2018 verkaufte die ESMT Schloss Gracht. Die Nachfolger wollen das Schloss zu einem Zentrum für Stressmedizin ausbauen.

Leider ist dass Schloss nicht zu besichtigen, der öffentliche Park dagegen lädt zum Lustwandeln ein.


Seit Ende August 2004 ist die Stadt Erftstadt Gründungsmitglied des Vereins "Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas e.V.".

Ein Verein, in dem sich öffentliche und private Eigentümer von modernen und historischen Gärten mit dem Ziel zusammen geschlossen haben, das gartenkulturelle Erbe zu erhalten sowie ihre Gärten gemeinsam touristisch zu vermarkten.


Bürgerinnen und Bürger gründeten 1994 den Förderverein Schlosspark Gracht e.V..

Aufgabe des Vereins ist die Mitwirkung bei der Erhaltung und der zukünftigen Gestaltung des Parks als kunsthistorisches Denkmal sowie die Unterstützung von Maßnahmen, die zur Bereicherung des Schlossparks als Naturschutz- und Erholungsgebiet notwendig sind.
Kontakt: Margret Leder (Geschäftsführerin / Geschäftsstelle), Tel. 0160 4 72 72 21.


Geschichte

Schloss GrachtSchloss Gracht war ursprünglich kein Rittersitz, sondern ein Nebenhof des Hauses Buschfeld und ein Lehen des Stiftes Dietkirchen in Bonn. Im Jahre 1426 wurde Hermann von Buschfeld mit einem Hof, genannt "die Gracht", belehnt. Nach seinem Tode erbte sein Sohn Otto 1433 Haus und Hof Gracht mit Dämmen und Weihern.

Nach Hermanns Tod im Jahre 1514 verpachtete die Witwe Haus und Hof. Sie behielt sich nur den Bergfried (Wohnturm), den sich die Familie bei
Aufenthalten auf der Gracht als Wohnung vorbehielt.
Ottos Enkelin, Hermanns Tochter und Erbin Katharina von Buschfeld, war verheiratet mit Hieronymus Wolff Metternich aus Friesheim, der 1542 als erster Wolff Metternich mit Gracht belehnt wurde.
Er bestimmte seinen Sohn Hermann als Erben von Haus Gracht, das Stammsitz der Familie werden sollte. Mit Hermanns Sohn Adolf I., der in den Freiherrenstand erhoben wurde und vom Kölner Kurfürsten Ferdinand Liblar als Unterherrschaft erhielt, begann der Aufstieg der Familie. Der Stammsitz der Familie Wolff Metternich wurde als landtagsfähiger Adelssitz eingestuft. Im Jahre 1658 begann Johann Adolf I. mit dem Ausbau des Hauses Gracht zu einem repräsentativen Schloss. Sein Enkel Johann Adolf II. vollendete die Bauarbeiten.

In der Zeit der französischen Verwaltung war Schloss Gracht seit 1795 mehrere Jahre Lazarett und wurde anschließend in ruinösem Zustand verlassen. Baumaßnahmen wurden unumgänglich.

Unter Levin Anton Graf Wolff Metternich entstand in den Jahren von 1851 bis 1854 ein Neubau nach Plänen des Kölner Architekten Johann Anton Wallee. Er errichtete den Ostflügel als dreigeschossigen Bau mit einem viergeschossigen Eckturm, den Südflügel zweigeschossig mit dreigeschossigem Eckturm. Beide Türme tragen welsche Hauben.

Mehr als vierhundert Jahre blieb Gracht Stammsitz der Familie Wolff Metternich, über mehrere Generationen war das Schloss Wohnsitz der Familie.

Im Jahre 1957 erwarb die Gemeinde Liblar das Schloss mit Schlosspark und Schlossländereien.

Neuere Literatur: Denkmäler in Erftstadt. Loseblattsammlung. Hg. AHAG Lechenich in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Erftstadt.