Prominente Erftstädter

Das Land an der Erft ist geschichtsträchtiger Boden - Ausgrabungen beweisen es. Auch berühmte Namen zeigen, dass es sich im Bereich der heutigen Erftstadt schon lange gut leben lässt. Als Beleg dafür dienen die Prominente, die hier geboren wurden oder gewirkt haben.

Die älteste Spur führt ins 9. Jahrhundert. Im Kölner Dom erinnert eine Marmortafel in der Nähe des Nordausgangs an den Graf Emundus, der, so die deutsche Übersetzung, "mein Friesheim" dem Dom als Schenkung vermachte. Da in der Inschrift Friesheim als Grafschaft bezeichnet ist, die es nie gab, ist die Beziehung des Grafen zu Friesheim allerdings umstritten. Immerhin gab es im Jahr 825 in Aachen einen königlichen Sendboten namens Emundus, der vor 833 starb und im Kölner Dom beigesetzt wurde.

Wie in Friesheim eine Straße an Graf Emundus erinnert, so wird in Erp Abt Horchem im Gedächtnis behalten. Er wirkte lange im einflussreichen Eifel-Kloster Steinfeld. In der dortigen Basilika wird auch heute noch auf den Prämonstratensermönch hingewiesen, denn in der Liste der Äbte wird er als 35. "Norbertus Horrichen ex Erp" genannt, der von 1630 bis 1661 wirkte.


Arnold Wolff MetternichJohann Adolf Wolff Metternich zur Gracht (1592-1669) machte eine steile Karriere mitten im Dreißigjährigen Krieg. Er begann seine Tätigkeit am Hofe des Herzogs Wolfgang Wilhelm in Düsseldorf als Geheimer Rat und

Kriegskommissar, war anschließend Geheimer Rat und Marschall am Hofe des Kölner Kurfürsten Ferdinand und schließlich Prinzenerzieher am bayrischen Hof, Geheimer Rat und Oberstkämmerer des Kurfürsten Ferdinand Maria.

1637 wurde er in den Freiherrenstand erhoben. Von seinen Lehnserwerbungen waren die Unterherrschaften Liblar, Odenthal und Flehingen die bedeutendsten. Den Stammsitz Gracht ließ er zum Barockschloss ausbauen und einen ersten barocken Schlosspark anlegen.

Johann Adolf Wolff genannt Metternich zur Gracht / Eine Kurzbiografie


Franz-Arnold von Wolff-MetternichEin einflussreicher Kirchenmann mit weltlicher Macht war auch der auf Schloss Gracht in Liblar geborene Arnold Wolff Metternich zur Gracht (1658 - 1718).

Er war zunächst als Nachfolger seines Onkels Hermann Werner Fürstbischof von Paderborn, später auch Fürstbischof von Münster geworden.


Carl SchurzEbenfalls auf Schloss Gracht ist Carl Schurz (1829 - 1906) geboren.

Der Lehrersohn beteiligte sich in Deutschland an der Revolution 1848/49, wanderte als junger Mann in die Vereinigten Staaten aus und brachte es dort zum General, Senator und als erster Deutschstämmiger zum Minister.

Der Bonner Student Carl Schurz in der deutschen Revolution von 1848/49


Carl BrendgenCarl Brendgen wurde 1841 in Kierdorf-Zieselsmaar geboren. Er engagierte sich höchst erfolgreich in der Braunkohle, deren Entwicklungspotential er früh erkannt hatte. Als einer der ersten im Bereich der Rheinischen Braunkohlenindustrie produzierte er Briketts, die endlich den Bedürfnissen der Kunden gerecht wurden.

Ab 1872 baute Carl Brendgen drei Fabriken im Bereich Erftstadt und eine in Brüggen-Erft. Er schuf damit für die vielen Arbeitslosen in den Dörfern ringsum erstmals feste Arbeitsplätze mit geregeltem Einkommen. Als Unternehmer war er ein Glücksfall für die Entwicklung der Rheinischen Braunkohle.

Carl Brendgen war vom 1. Juni 1877 bis zu seinem Tode am 23. März 1916 auch Mitglied des Gemeinderates in Kierdorf und von 1900 bis 1907 Gemeindevorsteher.

Carl Brendgen - der Begründer der Braunkohleindustrie in Kierdorf

Carl Brendgen als Fabrikherr


Peter HeckerZwar in Türnich geboren, aber in Gymnich aufgewachsen, ist der Maler Peter Hecker (1884 - 1971), von dem viele Bilder in rheinischen Kirchen stammen.


Pater KentenichEbenfalls in Gymnich verlebte Josef Kentenich (1885 - 1968) seine Kindheit.

Er gründete die weltweit tätige Schönstattbewegung, die Priester und Laien, Frauen und Männer als Mitglieder hat.

Pater Josef Kentenich - Ein Bürger aus Gymnich


Peter ZimmermannDer Komponist Bernd Alois Zimmermann (1918 - 1970) stammt aus Bliesheim und lebte zuletzt in Königsdorf.

Sein berufliches Wirken ist mit Köln verbunden: mit dem WDR und der Musikhochschule. Sein bekanntestes Werk: "Die Soldaten".


Hennes Weisweiler.gif Fußballfreunden ist Hennes Weisweiler (1919 - 1983) ein Begriff.

Der gebürtige Lechenicher war nach seiner aktiven Spielzeit Dozent an der Deutschen Sporthochschule und Trainer so berühmter Mannschaften wie des 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, FC Barcelona und Cosmos New York.

Im Jahre 2005 hat die Deutsche Sporthochschule in Köln ihre Trainer-Ausbildungsstätte zu Ehren ihres berühmtesten Lehrgangsleiters in "Hennes-Weisweiler-Akademie" umbenannt.


In Liblar wurde Peter Lauscher (1905 - 1989) geboren, der leitender Beamter in Düsseldorf wurde, aber vor allem als Landesschlichter in Tarifauseinandersetzungen bekannt wurde.

Seinem Geburtsort stiftete er einen Kinderspielplatz.


Josef WeitensteinerJosef Weitensteiner ( 1924-1986) über lange Zeit wohnhaft in Kierdorf, hat mit seinem hervorragenden künstlerischen Schaffen einen nachhaltigen Ruf erlangt. Unvergessen ist sein Wirken als Künstler ( Holz- und Metallskulpturen und Reliefs), Komponist und Konzertmeister.

Als Musiklehrer und Gründer eines Jugendsinfonie-Orchesters lag ihm die musikalische Aus- und Fortbildung der Jugend besonders am Herzen. 33 Sinfoniekonzerte, 19 Kammerkonzerte, 19 Kirchenkonzerte und 10 Schulopern lassen seine, über die Region hinaus, nachhaltige Bedeutung erkennen.

Sein umfangreiches Lebenswerk wurde anlässlich seines 20. Todesjahres erstmals zusammenhängend in verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit im Rhein-Erft-Kreis vorgestellt, sowie in Jahrbüchern der Stadt Erftstadt und einem Werksverzeichnis dauerhaft veröffentlicht.


Manfred DonikeManfred Donike wurde am 23. August 1933 in Erftstadt-Köttingen geboren. Donike war nicht nur ein erfolgreicher deutscher Radsportler, sondern auch Chemiker und vor allem als Doping-Fahnder bekannt. Seine sportlichen Ambitionen galten dem Radsport, wo er sich durch Erfolge im Bahnsport und hier besonders bei Sechs-Tage-Rennen weit über den Kölner Raum einen Namen machte.

Für die Olympischen Spiele entwickelte er bereits 1972 ein komplettes Analytik-Verfahren für den Doping-Nachweis. Anfang der 1980er Jahre fand er gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Johann Zimmermann am Institut für Biochemie an der Sporthochschule Köln heraus, dass synthetisches Testosteron im menschlichen Körper langsamer als körpereigenes Testosteron zu dem Abbauprodukt Epitestosteron abgebaut wird. Sie legten damit die Basis für Tests des T/E-Verhältnisses, die seit 1982 bei internationalen Wettkämpfen durchgeführt werden.

Professor Dr. Donike wohnte in Düren-Rölsdorf und verstarb am 21. August 1995 auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Johannesburg. 1995 wurde an der Deutschen Sporthochschule Köln das Manfred Donike Institut für Dopinganalytik e. V. gegründet.

https://lsf.dshs-koeln.de
Kurzbiografie Prof. Dr. Manfred Donike