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Herrig

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St. Clemens Herrig Schöddershof HerrigDer Ort Herrig wird erstmals 1155 als „Harge“ in einer Handschrift des Benediktinerklosters Deutz genannt. Die Herkunft des Namens „Harge“ ist unbekannt.
Ein Kreisgraben (Urnenbestattung) und Keramikfunde aus der Latènezeit (500 vor Christus- Christi Geburt) weisen auf eine vorgeschichtliche Siedlung hin.
Mehrere römische Trümmerstellen und zwei Steinsarkophage in der Gemarkung Herrig belegen römische Siedlungsplätze.

Es ist wahrscheinlich, dass es in fränkischer Zeit zunächst in Herrig einen fränkischen Fronhof mit Hofkapelle gab, um den dann eine Ansiedlung entstand.
Die kleine Siedlung gehörte zu den Burgbanndörfern der Stadt Lechenich, ihre Bewohner wurden zur Lechenicher Bürgerschaft gerechnet. Die Einwohner Herrigs waren überwiegend Bauern oder Kleinbauern, die ihren eigenem Besitz und gepachtete Ländereien aus kirchlichem Besitz bewirtschafteten. Neben Pacht, Grundpacht und Zehnt mussten sie landesherrliche Steuern zahlen.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrig aus dem Hof des Domkapitels, dem Hof von St. Pantaleon, den Höfen der Pächter des Schloßkapellenlandes, dem Hof des Pächters von Ländereien des Stiftes St. Aposteln und einigen „Hausmannshäusern“. Der Hof des Domkapitels, Domhof genannt, stammte aus ehemals erzbischöflichem Besitz. Er war 1605 durch einen Tausch an das Domkapitel gekommen. Der Hof von St. Pantaleon, Schöddershof genannt, war von der Adelsfamilie Wolff von Rheindorf an die Abtei verkauft worden. Beide Höfe wurden in der Säkularisation (Enteignung und Verkauf kirchlicher Güter unter Napoleon) verkauft worden und sind seitdem in Privatbesitz.

Bei der Schaffung der Mairien durch die französische Verwaltung gehörten Herrig mit Meller zur Mairie Lechenich. Die Orte blieben bei Lechenich bis zur kommunalen Verwaltungsreform und der Bildung der Stadt Erftstadt 1969.

Im Jahre 1463 wird in Herrig eine Kirche, die dem heiligen Clemens geweiht war, erwähnt.
Als sich eine Reparatur der alten Kapelle als zu kostspielig erwies, wurde In den Jahren 1890 bis 1893 vom Kölner Regierungsbaumeister Krings eine neue Kirche im neugotischen Stil errichtet. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg mehrfach stark beschädigt und konnte nur notdürftig wiederhergestellt werden. Im Jahre 1952 entstand als Neubau die heutige Kirche.
Ab 1828 hatte Herrig eine eigene Schule, die bis 1968 bestanden hat. Bei der damaligen Schulreform wurden die Herriger Schüler den Lechenicher Schulen zugewiesen.

Herrig gehört zu den kleinen Orten Erftstadts. Herrig ist wenig gewachsen, wenn auch außerhalb des Ortskerns neue Wohnhäuser entstanden sind. Hatte der Ort 1801 etwa 110 Einwohner, so sind es heute 554 (Stand 2006).

Das schönste Haus in Herrig ist das repräsentative Wohnhaus des Conzenhofes, des ehemaligen Schödderhofes. Es liegt von einer Mauer geschützt etwas abseits der Straße in einer großen Gartenanlage. Das Dorfbild bestimmen jedoch der Domhof und die Kirche sowie einige große Backsteinbauten.

(Gekürzte Fassung der Ortsgeschichte „Herrig“ von Hanna Stommel in: „Denkmäler in Erftstadt“ von Frank Bartsch, Dieter Hoffsümmer, Hanna Stommel. Aktualisiert 2007)

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