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Borr / Scheuren

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St. Martinus BorrBorr wird erstmals 1108 und 1246 zusammen mit Scheuren als „Burne“ urkundlich erwähnt. Gedeutet wird der Name „Burne“ oder „Burnheim“ als Bezeichnung für eine Siedlung an einer Quelle. Andere Deutungen gehen von einer Siedlung des Brun aus.

Dass Borr viel älter ist als seine schriftliche Ersterwähnung belegen zahlreiche römische Funde. Zwei fränkische Steinsarkophage, von denen einer mit einem Matronenstein abgedeckt war, weisen ebenso wie das Martinuspatrozinium auf eine fränkische Siedlung hin. Viele Kirchen, die dem heiligen Martin, Bischof von Tours, geweiht sind, stammen aus fränkischer Zeit. Die Kirche, deren Mauern zum Teil aus dem 11. Jahrhundert stammen, bildet auch heute noch den Mittelpunkt des Ortes.

Zusammen mit Scheuren gehörte das Kirchspiel Borr bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum kurkölnischen Amte Lechenich. Borr hatte ein eigenes Schöffengericht, das mit vier Schöffen und einen Statthalter besetzt war, der den Lechenicher Schultheißen vertrat.
Der Kölner Erzbischof besaß in Borr einen abgabenpflichtigen Hof, Gropperhof bzw. auch Dorhof genannt, dessen Lage heute nicht mehr zu lokalisieren ist. Auch die Grafen von Manderscheid-Blankenheim waren im Besitz eines Hofes. Das in späterer Zeit „Bastenhof“ genannte Anwesen wechselte mehrfach den Besitzer und gelangte 1761 das Kloster Gartzem bei Euskirchen. Die großen Höfe in Scheuren wie z. B. der Drieschhof und der Bongartzhof waren ebenfalls in kirchlichem Besitz. In der Säkularisation (Enteignung und Verkauf kirchlicher Güter unter Napoleon) wurden die Höfe beschlagnahmt und an Privatleute verkauft. Drieschhof und Bongartshof waren lange im Besitz der Wolff Metternich zur Gracht, deren Wappen noch heute über dem Tor des Bongartshofes zu sehen ist.
Von den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts blieb der Ort nicht verschont. Die Pest dezimierte die Bevölkerung. 1742 brannte das ganze Dorf durch Brandstiftung nieder.

Borr kam unter französischer Herrschaft verwaltungsmäßig zur Mairie Friesheim, die nach 1815 als Bürgermeisterei bzw. als Amt Friesheim weiter bestand. Borr blieb bei Friesheim bis zur Bildung der Stadt Erftstadt 1969.

Die 1958 neu erbaute Volksschule, die das alte Schulgebäude von 1826 ersetzte, hat nur 10 Jahre bis zur Schulreform bestanden.

Wegen der mangelnden Infrastruktur wurden längere Zeit keine Neubaugebiete ausgewiesen. Borr hat mittlerweile eine Kanalisation, auch die Straßen sind saniert worden. Einige neue Wohnhäuser sind entstanden, die überwiegend von Ortsansässigen gebaut worden sind. Die Bevölkerung ist nur langsam gewachsen, von etwa 200 im Jahre 1801 auf heute 387 (Stand 31.12.2006) Einwohner.
Es ist nicht zu übersehen, dass auch in Borr eine Umstrukturierung begonnen hat. Die Einwohner arbeiten überwiegend nicht mehr in der Landwirtschaft, die an Bedeutung verloren hat, sondern vielfach in Großbetrieben des weiteren Umlandes.

(Gekürzte Fassung der Ortsgeschichte „Borr“ von Hanna Stommel/ Dieter Hoffsümmer in: Denkmäler in Erftstadt. Aktualisiert 2007)

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